W. Eilenberger: “Ernsthaftigkeit ist eine teure Tugend”

“Philosophie gleicht einem Spiel, dessen Ziel ein besseres Leben ist”, stellt der Autor des Buches “Philosophie für alle, die noch etwas vorhaben” fest. Wolfram Eilenberger ist nicht nur Publizist, Philosoph und Autor mehrerer Bücher. Er beweist immer wieder Mut zum Neuen – seit ein paar Monaten als Chefredakteur des wunderbaren Printmagazins philosophie auf der “konsequenten Suche nach dem klärenden Gespräch”. Die Ausgabe Nr. 4/2012 ist derzeit am Kiosk und im Netz verfügbar. Unbedingte Empfehlung: Eilenbergers Mini-Dossier, das die zentralen philosophischen Widersprüche der neuen Piratenpartei freilegt. Weiters ein Gespräch mit Robert Pfaller: “Der Hedonismus ist das einzige Prinzip wirklichen politischen Engagements.  Indem Leute fragen: ‘Wo bleibt bitte unser gutes Leben?’ sind sie in der Lage, etwas zu erkämpfen.” Pfaller hat auch diesen Blog schon mehrmals geziert, etwa hier – Der unsichtbare Dritte.

Im Interview mit Marion Fugléwicz-Bren spricht Eilenberger über Beweggründe, die Wichtigkeit der Urteilskraft und den Reichtum eines Lebens mit philosophischen Gedanken. Hier gehts zum Interview Eilenberger.
Danke für das Interview, danke für das Magazin. Immer wieder bemerkenswert, dass es kraft der Philosophie so viel Freude macht, noch etwas vorzuhaben.

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Salon WWW – Let´s Mashup

Wissenschaft begegnet Muse. Diskurs trifft Gemüt.
Technologie meets Schöngeist.
Social Media Talk am Blauen Sofa (mehr oder weniger beliebt bei Buchmessen) – schon immer faszinierten mich schräge Perspektiven; Meinungen, die aufeinander prallen,
‘Pros and Cons”.
Speziell in Umbruchszeiten gibt es immer viele offene Fragen. Wer-was-wann-wie? Auch unbequeme Fragen müssen erlaubt sein – und laut einem alten Journalistengrundsatz gibt es gar „keine dummen Fragen“ (auch Grundsätze lassen sich hinterfragen)
Wie auch immer:
Wir wollen das Neue, Unerwartete. Die Frage und die Antwort.
Im Namen der Semantic Web Company darf ich zum Salon WWW laden, wobei ich mich freue über meine Talk-Gäste Peter Martos und Erwin Werdenigg, mit denen mich schon lange Jahre beruflicher Zusammenarbeit verbinden. Das Thema lautet “Smart Everything”. Mehr dazu hier . Nach einem nächtlichen Skype-Telefonat (Zeitunterschied) hat sich auch Florian Brody angesagt, der Wiener New Media-Experte aus dem Silicon Valley, der mir seit über 20 Jahren stets wertvollen Input zu den heissesten ‘Cutting-Edge-Entwicklungen’ zu geben vermochte.
Ich freue mich auf inspirative Gäste, Talks, Fragen und Antworten. Willkommen im Salon WWW. Anmeldung hier.

Links:
Zukunftsweb
Das Mashup als ultimative Lebensform
Wie komplex ist die Welt – die Faszination des Modells

Ein (langer) Nachsatz:

"Zu viele Anglizismen und Neologismen" schreibt Brody mir völlig 
berechtigt. Gerade ich als Sprachfetischistin sollte das beherzigen,
danke für den Input!
Betrachtet man das Projekt 'Salon WWW' allerdings aus einer
künstlerischen Perspektive, verweise ich auf einen Text, der mir
unlängst wieder in den Sinn kam: Kontext und Interpretation
um das Ende der 80er-Jahre aufkeimende Thema Daten und Cyberspace
scheinen mir schon wieder einen eigenen Diskurs Wert zu sein.
Nicht dass ich ein besonderer Fan der Pop-Ikone Falco gewesen wäre, 
aber diese spezielle "Denglische Neo-Sprache" des begabten Profis
hat künstlerisches Potenzial - Falco und die Schule der Dichtung - und der
Inhalt - wie gesagt, könnte ja vielleicht Anregungen für
neuen Gesprächsstoff im grossen Daten-Kontext bieten…

Song und Album: Data De Groove
(empfehlenswerte und heute sehr teure CD!)

Data De Groove
Cyberspace has got to be anarchy
A pirate concept
In and out and over me
Create a sequence file
On mapdisk from - gotta call me
ABBDSO1
Megauser high extension enter edit go AD DA
Stop stop roger over and go
Syntaxerror crashed on badblock
Is it real, is it nothing?
Is it
Data overflow
There's no river too deep
No Mountain too high
Any kind of vision in the air
Kein backspace mehr
Low-tech revolution
Formt sich dann
Zum Frontprogramm
The MEGA the SCORE
Desto MONO de CHROME
ATMO de FORCE
Is the Atmo at home
It's got to be the higher the goal
Desto schwerer Beruf - SAY!
The deeper the Soul desto
DATA DE GROOVE

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Wie “funktioniert” Philosophie?

Philosophen. Die brotlosen Experten für das Unpraktische und Unnütze. So zumindest wurden sie über Jahrzehnte betrachtet. In letzter Zeit allerdings häufen sich die Anzeichen, dass der Stellenwert der Philosophie in unserer Gesellschaft wieder massiv zunimmt: Millionen Menschen suchen nach Orientierung. Erlebt die Philosophie einen neuen Aufschwung? Spätestens seit Richard David Precht vor fünf Jahren mit seinem Bestseller „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ eine breitere Öffentlichkeit erreichte, erhielt die Einsicht, Philosophen müssten sich (endlich wieder) einmischen, eine reelle Chance in der Gesellschaft. Philosophische Ratgeber boomen; sei es in Buchform oder als Talk-Show-Format, die Sendungen Philosophie auf arte.tv oder scobel seien als wunderbare Beispiele genannt, neue Magazine wie Hohe Luft Magazin oder Philosophie Magazin werden gegründet, kaum eine Konferenz in der Wirtschafts- oder Medienbranche kommt heute noch ohne Philosophen aus.

Hier gehts zum ganzen Artikel Wie “funktioniert” Philosophie? und zum
Interview Warum nicht bezahlen für Philosophie?
mit Markus Riedenauer. Er ist auch Gründungsmitglied des Netzwerks der „Gesellschaft für angewandte Philosophie“ sowie einer der Herausgeber des Buches Mehr Licht, das Erfahrungsberichte aus der Philosophischen Praxis enthält. Der zweite Herausgeber, Eugen Maria Schulak, ist Philosoph und Begründer der Philosophischen Praxis in Wien. Außerdem ist er Hausphilosoph des Instituts für Wertewirtschaft.

Das Institut wurde von einer Gruppe kritischer Köpfe aus den unterschiedlichsten Fachbereichen in Wien gegründet und konzentriert seine Arbeit auf den gesamten deutschsprachigen Raum. Es ist eines der wenigen vollkommen unabhängigen wissenschaftlichen Institute. „Wir analysieren die Krise der Gegenwart und suchen Antworten auf wesentliche Fragen unserer Zeit. Dabei scheuen wir Utopien, Modetrends, Ideologien und jedes einseitige Schönreden von Problemen und verfolgen einen nüchternen, aber positiven und sinnorientierten Zugang“.

Ein Interview dazu folgt demnächst auf diesem Blog.

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Journalismus neu

“We fact check your ass” – die Synthese stammt aus den Anfängen des Blogging. So genannte “Fact-Checking-Plattformen” strafen Falschaussagen öffentlich Lügen und avancieren so zum vielversprechenden Journalismus-Werkzeug.

Es genügt nicht, dass Produkte, Plattformen und Geisteshaltungen ständig “versioniert werden” – nicht nur das Web per se so wie iPad und Smartphone sollten zumindest quartalsmässig vom neuesten Auslieferungsband rollen, um akzeptiert zu sein – auch die Berufe werden ständig erneuert. Innovationen sind gut und notwendig, nur manchmal fragt man sich, ob die Notwendigkeit der Erneuerung sich an den wirklich wichtigen Parametern misst.

Ob die neu gepriesene Transparenz tatsächlich auch “die neue Objektivität” darstellt, die von ernstzunehmenden Qualitäts-Medienmachern gefordert wird, bleibt nämlich leider offen. Bei all den unbestrittenen Vorteilen, die die digitale Welt mit sich bringt, ist etwa die Wahrheit schwer zu automatisieren. So wirft auch Tatjana Rauth in ihrem Standard-Artikel “Digitales Fact-Checking verändert Journalismus” einige wichtige Fragen auf: “…Bevor Fact-Checking in den Alltag jedes digitalen Zeitungslesers Eingang findet, sind jedoch noch grundlegende Fragen zu klären: Wer definiert die Wahrheit und lässt bei Bedarf Raum für Diskussionen? Wie kann man mit statistischen Verzerrungen in Datensätzen und im Crowdsourcing selbst umgehen? Was passiert, wenn die Werkzeuge falsch eingesetzt werden? Wie werden die neuen Werkzeuge die Art verändern, wie Menschen Inhalte produzieren?…”

Ja, Medienmacher haben dieser Tage einiges zu hinterfragen. Nicht zuletzt den Anspruch an Qualität, der erschreckend gefährdet ist. Und immer wieder stellt sich die Frage Cui bono? Wem nützt es? (Auch gefragt im Club 2 zum Thema Aufdeckungsjournalismus).

Apropos Qualität und Journalismus: Ein weiteres brisantes Thema, das in der Medienbranche leider totgeschwiegen wird, weil sie selber betroffen ist, wird in dieser Falter-Story aufgeworfen: Die freien Sklaven der Medienbranche. Hier anzusetzen würde wohl viele andere Probleme auch lösen. Eine diesbezügliche Innovation wäre nicht nur für Journalisten willkommen, sondern auch für Medienkonsumenten. Cui bono? Fairness sowie Zeit für Recherche erzeugt Qualität und Akzeptanz für Medienmacher und -konsumenten. Sogar automatisch und doch ganz ohne digitale Hilfe.

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“Literacy – die Lesbarkeit der Welt”

Heute sehen viele SMS oder E-Mails ähnlich aus:
Ehct ksrass! Gmäeß eneir Sutide eneir Uvinisterät, ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wort snid, das ezniige was wcthiig ist, das der estre und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiin snid. Der Rset knan ein ttoaelr Bsinöldn sein, tedztorm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Das ist so, weil wir nicht jeedn Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wort als gzeans enkreenn.

Mustererkennung und Gehirnforschung sind die eine Sache. Ein weites Feld, das noch jede Menge Forschungsspielraum lässt, um es vorsichtig auszudrücken.
Ein anderer hochspannender Aspekt unserer Kommunikation ist unsere Schriftlichkeit, das heisst, die Beherrschung von Lesen und Schreiben, etwa in den modernen Medien und Kanälen des Computers und Internets. Für Sprach-Afficionados (zu denen ich mich zähle) tun sich gerade in sozialen Netzen oder auf diversen Smartphones – aber nicht nur dort – unendliche Weiten von neuartigen Sprachbildern auf – ob gewollt oder ungewollt.
Mit Fragen und Antworten dazu beschäftigt sich aktuell die hochinteressante junge “Literacy-Forschung”. Handeln wir anders, ob wir mündlich oder schriftlich kommunizieren? Diese und eine Reihe anderer Fragen werden im Rahmen eines interdisziplinären Projekts aufgeworfen – und hoffentlich beantwortet – das von verschiedenen Universitäten und Hochschulen aus Linz ausgeht: Eine Ringvorlesung zum Thema Literacy – die Lesbarkeit der Welt. Mehr dazu in Folge auf diesem Blog.

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Wie komplex ist die Welt – die Faszination des Modells

Nicht nur Frauen denken beim Begriff “Model” sofort an die Idealfigur. Andere Assoziationen mal beiseite gelassen: Es geht um das Abbild, Vorbild oder Muster. Selten erlebte das Modell als Phänomen im Spannungsfeld zwischen Kopie und Original einen solchen Aufschwung wie heute im Zeitalter des Kopierens, des Mashup, der Remix-Kultur. (Das Wort Modell entstand im Italien der Renaissance als ital. modello, hervorgegangen aus lat. modulus, einem Maßstab in der Architektur, und wurde bis ins 18. Jahrhundert in der bildenden Kunst als Fachbegriff verwendet – Wikipedia)

Das Modell fasziniert uns – sei es in der Kunst, in der Philosophie oder der Mathematik: Als Abbild der Wirklichkeit, als Repräsentation eines Originals, das selbst wieder zum Modell werden kann. Wir begegnen dem Modell auf Schritt und Tritt – als Verkürzung der Wirklichkeit in Theorien der Ökonomie, Informatik oder Kunst. Auch der Journalismus verkürzt, er muss Wirklichkeiten vereinfachen und daher verkürzen, weil die Komplexität zu groß ist, um sie in kürzester Zeit erfassbar zu machen (wie gut oder schlecht das gehandhabt wird, gehört in einen anderen – nicht weniger spannenden Diskurs).

“Keep it simple and stupid”:
(Unzulängliche) Verkürzung zur Steigerung der Effizienz?
Wie hoch muss der Grad der Komplexität sein, damit wir etwas (als wahr oder falsch) erkennen? Und wie macht man Sachverhalte verständlich darstellbar, ohne wichtige Attribute wegzulassen? Ein Modell umfasst ja naturgemäß nicht alle Eigenschaften des Originals – könnte daher also auch als „Verkürzung“ oder Vereinfachung bezeichnet werden. Auch wenn das Modell in den verschiedenen Disziplinen unterschiedliche Bedeutungen hat, so geht es doch immer um Repräsentation oder Abbildung von Wirklichkeiten. Dabei drängt sich die Frage auf nach der Unzulänglichkeit von Verkürzungen. (Philosophen sprechen von zureichenden Lösungen und unzulänglichen Verkürzungen).
Jedoch…
… gerade “… die Vereinfachungen, die wir nutzen, machen das Gehirn so effizient“, erklärte kürzlich in Wien Patrick Cavanagh, US-Psychologe und Leiter der Vision Sciences Laboratories der Universität Harvard: Unser Gehirn sei nämlich höchst komplex, aber nicht alles, was wir tun, um die Welt wahrzunehmen, müsse deshalb ebenso komplex sein. Der Wahrnehmungsforscher geht nämlich davon aus, dass in unserem Gehirn vielfältige Arten der Vereinfachung einsetzen, um visuelle Darstellungen schnell und effizient verarbeiten zu können: “Unsere Innen-Darstellung der Welt beinhaltet zweidimensionale Repräsentationen”. Und, so Cavanagh: “Künstler verstanden Wahrnehmung viel früher als Wissenschafter das taten”. Kunstwerke können somit als Schlüssel zu unserer kognitiven Wahrnehmung dienen – und geben uns damit Einblicke in das Funktionieren unseres Gehirns.

Im Rahmen der Gombrich Lectures der Forschungsplattform für Cognitive Sciences der Universität Wien hielt  Cavanagh den Vortrag „The Artist as Neuroscientist“. Er machte etwa auch deutlich, wie Maler das Gehirn “austricksen” können und mit welchen Regeln das Gehirn die Welt strukturiert.

Link:
Das Mashup als ultimative Lebensform, von Marion Fugléwicz-Bren

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Keine blinde Wut für alle

„Wir sind wütend!“ brüllt der Kabarettist Roland Düringer sehr effektvoll und verführerisch aus dem Monitor. Und – Vorsicht mit exemplarisch-abstrakten „Alles für alle“-Philosophien, denke ich.

Wie bringt man komplexe Sachverhalte auf den Punkt? Eine nicht immer ganz einfache Aufgabe. Jegliche Verkürzung birgt die Gefahr in sich, dass Wichtiges weggelassen wird oder eben zu kurz kommt. Das kann den komplexen Inhalt gewollt oder ungewollt verzerren. Manche – etwa Demagogen – machen sich genau diesen Effekt ganz bewusst zunutze. Andere – etwa Journalisten – machen einen Beruf aus der Berufung. Dies kann gut gelingen oder auch nicht.
Düringer hat einen kabarettistischen Auftritt als Wutbürger im Fernsehen gegeben, dessen Video jetzt die Runde im Social Web macht. Meist hoch bejubelt und gelobt, teils auch kritisiert. Zugrunde liegt dem Auftritt das Buch: Vom Systemtrottel zum Wutbürger der beiden Philosophen Eugen Schulak und Rahim Taghizadegan.

Wut ist gut und wichtig und sie wird täglich größer. Es gärt in unserer Gesellschaft über alle Parteigrenzen hinweg. Sich nichts gefallen zu lassen ist per se eine wichtige demokratische Pflicht. Aber nicht als Selbstzweck. Was blind ist, auch – oder gerade – die blinde Wut kann gefährlich werden. Denn Blinde müssen geführt werden. Und wer sie führt, warum das so ist und wohin die Reise geht, das sehen die Blinden nicht.
Wut sollte nicht dort aufhören, wo sie blind ist. Die Konsequenzen aus der Wut sind es, die ihr einen Sinn geben. Und den beantwortet jeder am besten für sich selbst.

Mehr dazu in weiterer Folge auf diesem Blog. Und übrigens – noch ein Tipp: Bücher zu lesen ist nie ein Fehler. Im Gegenteil.

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Der unsichtbare Dritte

Ist das kollektive Social-Web-Leben ein delegiertes Leben? Delegieren wir überhaupt jeglichen Genuss? Der Begriff „Interpassivität“ packte mich wie ein Windstoß. Als wissenslüsterne Person, die nicht nur seit Jahren in sozialen Netzen unterwegs ist, sondern sich auch beruflich und privat intensiv mit (Internet-) Innovationen auseinandersetzt, wollte ich diesen Ansatz von einer neuen Seite beleuchten. Schon lange kreist ein – zumindest für mich – sehr aktuelles Denkspiel um die Fragestellung: Delegieren wir unser Leben an virtuelle Welten? Dazu habe ich ein sehr erfrischendes Interview mit Robert Pfaller gemacht, dem Ordinarius für Philosophie an der Universität für angewandte Kunst Wien.
APA-Gastkommentar
Artikel Computerwelt

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Shake your Story – geschüttelt, nicht gerührt

Wer sein iPhone kurz schüttelt, bekommt per Zufall eine von vielen Kurzgeschichten vorgeschlagen. Der Telefonbenutzer kann sich dann aussuchen, ob er den Text selbst lesen oder von einem professionellen Sprecher vorlesen lassen möchte. Der Verleger André Hille hatte die Vision, Literatur und Technologie zusammenzubringen. Vorhang auf für eine neue App.
Ein Interview mit Marion Fugléwicz-Bren.
Artikel Computerwelt

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Was bedeutet es, “gut” zu sein?

In Zeiten von Krisen entsteht eine gewisse Chance, plötzlich vermehrt Werte wie etwa Ethik oder “Moral” (wie auch immer man diese definiert) im gesellschaftlichen Diskurs zu entdecken. Da werden täglich Einladungen zu Konferenzen, Seminaren und Initiativen in einschlägige Mailboxen gespült und auch in den “Social Media” werden zahllose diesbezügliche Stimmen laut. Ob es um Cultural Entrepreneurship oder nachhaltiges Wirtschaften geht – immer mehr Unternehmen kleben sich das bekömmlich vermarktbare Label “Corporate Social Responsibility” ins “Mission Statement” und – abgesehen vom angenehmen Nebeneffekt, dass sich das Firmenimage auf diese Weise aufpolieren lässt, scheinen sich derartige Konzepte tatsächlich mehr und mehr durchzusetzen.
Der “Wutbürger” wurde von der deutschen Gesellschaft für Sprache bereits 2010 zum Wort des Jahres gewählt.
Lässt sich aus all diesen Tendenzen herauslesen, dass wir besser, richtiger handeln wollen, dass wir “gut” sein wollen? Und was bedeutet es, “gut” zu sein?

Der britische Philosoph Derek Parfit gilt als einer der einflussreichsten Ethiker der Gegenwart und meint, dass unsere Motive nicht richtig sind. Viele von uns sorgen sich nur deshalb um die Zukunft, weil es unsere Zukunft ist. Ein Artikel im New Yorker erzählt uns mehr über diesen Denker. Sein neues Buch erschien 2011, heisst On what matters und ist ein umfassendes Werk über Rationalität und Gründe, Kantische Ethik, Kontraktualismus und Konsequentialismus. Ein pdf-Dokument dazu ist online abrufbar.

Hier in Wien gibt es übrigens mehrere Möglichkeiten für Menschen, denen Werte am Herzen liegen, sich mit grundlegenden philosophischen Fragen auseinanderzusetzen. Eine Plattform möchte ich hier besonders herausgreifen, mehr dazu wird auf diesem Blog folgen.

Die Gesellschaft für angewandte Philosophie vereint mehrere Philosophinnen und Philosophen, die im Rahmen einer Praxis oder in anderer Form philosophiegestützte Dienstleistungen anbieten. Hier werden Dialogräume eröffnet und Orte zum Philosophieren geschaffen. Das gibt Impulse zur Neuorientierung, nach der viele Menschen sich in diesen Zeiten sehnen. Die Gesellschaft ist parteipolitisch, ideologisch und konfessionell unabhängig. Ein Umstand, der gegenwärtig ebenfalls einen grossen Wert darstellt.

Hier ein Link dazu aus 2009: Ethics – the new killer-app?

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