Buchreport.de: Verlegerische Vorzüge vernetzten Wissens

Die Fülle irrelevanter Information kostet Zeit und Nerven. Das gilt für die Arbeit im Netz ebenso wie für Unternehmen. Je größer das Informationsvolumen, desto wichtiger die Navigation. Hier mein neuer Artikel zum Thema semantische Suche. Er erschien im deutschen Fachmagazin der deutschsprachigen Buch- und Verlagsbranche buchreport.de.
Dass auch – oder gerade – in diesem inhaltlich so spannenden Wirtschaftszweig neue Technologien eine immer grössere Rolle spielen, demonstriert etwa das Thema Social Book: Bob Stein vom US-Think Tank Institute for the Future of the Book beschäftigt sich seit Beginn der 1980er Jahre mit Fragen des elektronischen Publishing. Für unsere Enkel wird lesen eine soziale Aktivität sein – etwas, was man gemeinsam mit anderen tut, sagt er. Seinen Vortrag dazu hält Stein im Rahmen des Publishers Forum Berlin: “Für Verlage ist das gemeinsame Arbeiten an einer Open-Source-Plattform für soziales Lesen ein Schlüssel, um die Initiative von Amazon, Apple und Google zurückzuerobern”.

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“Virtuell heisst…” gehört gehört…

Diese Woche. Ob im Radio oder im Netz. Dank des Hinweises eines befreundeten Journalisten wurde ich aufmerksam auf das Ö1-Radiokolleg “Das Reale am Virtuellen”. Gehört also gehört. Und gehört auch zweifellos zu meinen Lieblings-Lebensfragen. Denn:
Alles ist virtuell.
Zu diesem Ergebnis jedenfalls kam die Suchmaschinenabfrage des Berliner Autors Frank Sorge vor ein paar Jahren und inspirierte ihn zu einem Suchmaschinengedicht. Das Konzept der “Virtualität”, die Schaffung künstlicher Systeme, hatte mich schon lange fasziniert, als ich Anfang der Neunzigerjahre, einer Hoch-Zeit für das kurzfristige Lieblings-Sujet der Medien – viel publizistischen Aufwand auf dieses Thema lenkte. Da Schreiben für mich idealiter immer mit Leidenschaft zu tun hat, machte die Sache viel Spass und die Tentakel der verschiedenartigen Perspektiven – im wissenschaftlichen wie im künstlerischen Bereich – sollten mich fortan nie mehr wirklich loslassen….

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Wann, wenn nicht jetzt: Empört Euch!

“Ich wünsche allen, jedem Einzelnen von euch einen Grund zur Empörung. Das ist kostbar”, schreibt Stéphane Hessel in seiner aktuellen Streitschrift. Mit eindringlichen Worten ruft er zum friedlichen Widerstand auf. Gegen die Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft, gegen die Diktatur des Finanzkapitalismus, gegen die Unterdrückung von Minderheiten, gegen die Umweltzerstörung auf unserem Planeten. Als das Buch erscheint ist in Japan die Welt noch in Ordnung. Es gibt dieser Tage wahrlich viele Gründe sich zu empören. Leider. Und “die schlimmste Haltung ist die Gleichgültigkeit”, das wusste schon Jean Paul Sartre.
“Neues schaffen heißt Widerstand leisten. Widerstand leisten heisst Neues schaffen” sagt Hessel, der 93 jährige gebürtige Berliner und französische Diplomat. Er war Mitglied der Résistance, hat das KZ Buchenwald überlebt und ist einer der Mitautoren der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen. Empört Euch. Kein Aufruf berührt so aktuell in diesen Tagen.

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“Im Internet droht die Tyrannei der Mehrheit”

Das ist Journalismus. Eine wunderbare Demonstration, wie ein Satz wirken kann – alleinstehend, aus dem Zusammenhang gerissen. Natürlich habe ich das sehr interessante Zitat aufgegriffen und den dazugehörigen Artikel in der Futurezone gelesen. Viktor Mayer Schönberger, von dem das Zitat stammt, ist mittlerweile nach akademischen Weihen in Harvard und Singapur Uniprofessor in Oxford, am Oxford Internet Institute für Internet Governance und Regulation. Ihm gebührt herzliche Gratulation zu dieser steilen Karriere. Als ich ihn kennenlernte, hatte der Einundzwanzigjährige gerade ein Softwareunternehmen gegründet. Die “Virus Utilities” waren damals das meistverkaufte österreichische Softwareprodukt. Der international angesehene Rechtsexperte, der übrigens auch 1996 in Marions Internet Lesebuch schrieb 😉 beschäftigt sich in seiner Arbeit mit den politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Dimensionen moderner Informations- und Kommunikationsnetze. Zuletzt erschien sein Buch „Delete – Die Tugend des Vergessens in digitalen Zeiten“ (Berlin University Press 2010). Aus dem Klappentext: Sind aus ihrem Kontext gerissene Informationen nicht anfällig für Manipulationen? Und jetzt zurück zum Anfang dieses Blogbeitrags… 😉

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Zukunfts-Metaphern, Time Machines und neue Technologien

Was wird aus Technologien, wenn sie erst erfunden sind? Nicht immer entwickeln sie sich im ursprünglichen Sinne des Erfinders.
“Wann immer Ihnen jemand mit einer neuen Technologie unterkommt, die er propagiert, fragen Sie sich, was wohl ein Polizist, ein Politiker oder ein Krimineller mit dieser Technologie anstellen würde”. Es war im Jahr 1990, als William Gibson seinem Publikum diesen Rat gab – im Rahmen seiner Vortragstätigkeit bei der Ars Electronica in Linz. Ich war damals dabei und mein Journalistenkollege Chris Haderer stellte nun ein Video online, das er damals mit einer Videokamera gefilmt hat. Im Lichte aktueller Entwicklungen mag dieser Rat sehr relevant sein. Grundsätzlich geht es (Gibson) nicht um Technologien per se, sondern um die verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten von Metaphern, die “die chaotische menschliche Kreatur” zu finden vermag für diese Technologien.
“A Policeman with a new piece of technology” – William Gibson at ARS ELECTRONICA FESTIVAL 1990, Linz

Wenn wir heute von Cyberspace sprechen, so haben wir den Begriff William Gibson zu verdanken. Der große Science Fiction-Autor hat in seiner 1984 erschienenen Neuromancer Trilogie ein ganzes Universum an möglichen Szenarien über den Ausgang der Zukunft des Webs geschrieben. Übrigens nicht am Computer – sondern auf einer mechanischen Schreibmaschine in einem idyllischen Waldhäuschen, wie er erzählte. Im Gespräch mit 3Sat-Redakteur Gert Scobel geht es Jahre später um die Wechselwirkung zwischen literarischer Fiktion und Technikrealität. Mehr – und Verwandtes – am Portal www.zukunftsweb.at.

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Wie wissen wir, was wir wissen?

Denken, Lernen, Gedächtnis oder Sprache – was motiviert uns, welche bewussten oder unbewussten Prozesse laufen ab, wenn wir fühlen, denken, handeln? In der Kognitionswissenschaft – oder Cognitive Science – werden Themen untersucht, die beim Menschen Bewusstsein beziehungsweise Selbstbewusstsein voraussetzen.

In den USA sowie in anderen Ländern ist die Cognitive Science schon lange ein anerkanntes Studienfach. Nun kommt der Zweig an die Wiener Universität. Informatik? Philosophie? Psychologie? Oder von allem ein bisschen? Und was bringt die neue “Lehre”? Lesen Sie demnächst hier ein ausführliches Interview zum Thema.


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Fantasy is groovy…

Schon oft dachte ich über den Zusammenhang von Phantasie, Inspiration und deren Auswirkungen auf – zumeist künstlerische – Arbeitsprozesse nach. Wer gestern Abend im Konzerthaus Earth Wind & Fire erlebt hat, konnte den Zusammenhang fühlen. Noch nie habe ich eine derartige Stimmung im golddekorierten grossen Konzerthaussaal erlebt – “such a fantastic theatre” meinten auch die Musiker. Das “Xrossover”-Konzept, wie es etwa auch die TEDxVienna vorgezeigt hat, funktioniert im Zeitalter der Social Networks vielleicht besser denn je. Jugendstil und Soulfunk beflügeln einander ähnlich wie Philosophie, Reggae, Mathematik oder eben TED – Technology, Entertainment, Design. Dass der Höhepunkt des Abends “Fantasy” hiess, ein Song, bei dem das Publikum aus den Sitzreihen aufsprang und tanzte, verwundert kaum. Ein Thema, dem ich in meinem letzten Essayband “Zwischen den Zeilen” viel Platz einräume – übrigens kommen auch die Songlyrics von Fantasy in meiner Titelgeschichte vor… 🙂

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Die Ambivalenz des Autors oder „Inglorious Basterds“

Wie sehr mir der Autor und Journalist Christian Ankowitsch aus der Seele spricht, erkannte ich erstmals in der ORF-Sendung Kulturmontag, in der er kürzlich über eines meiner Lieblingsthemen – Bücher – sprach, gemeinsam mit einem anderen Gast, den ich auch unglaublich mag und auch schon mehrmals interviewte, dem Philosophen Konrad Paul Liessmann („Autonomie darf nicht nur ökonomisch sein“).
Noch differenzierter äußert sich Ankowitsch dazu in seiner Rede zur Buch Wien, die ich auf seiner Homepage suchte – und glücklicherweise auch fand. Dass ich die Buch Wien nicht selbst besuchte liegt unter anderem an anderen Auftrags-Verpflichtungen und Gegebenheiten, die Ankowitsch so wunderbar thematisiert, wenn er von den „Patchwork-Lebensläufen unter Journalisten“ spricht: „Es sind Ambivalenzen, die den „Basterd“ auszeichnen, und es ist die Schwierigkeit, ihn dingfest zu machen …. pendelnd zwischen den Genres, zwischen Print und Online…“ …und weiter… die Leser haben nämlich für eine Zeitungs-Ausgabe nie deren realen Preis bezahlt, sondern immer viel zu wenig, so Ankowitsch. Wirklich finanziert wurden unsere Qualitätsmedien vielmehr “durch Seifenhersteller, Autoproduzenten und – in Österreich – durch die staatliche Presseförderung. Ein fataler Mechanismus, denn so haben die Leser gelernt, dass jene wertvollen Dinge, die sie mitunter in diesen Zeitungen fanden, für wenig Geld zu haben sind.“
Jeder, der schon länger als 15 Jahre journalistisch arbeitet, fühlt sich nach der Lektüre dieser Rede ein bisschen weniger allein. Danke dafür.

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Imperfektum als Chance bei TEDxVienna

“There is a crack, a crack in everything.
That’s how the light gets in”.

Diese Zeilen des Pop-Poeten Leonard Cohen nimmt Florian Brody zum Ausgangspunkt seines Talks bei der TEDxVienna am 29. November.
To bridge the crack means to recognize the crack. To recognize the crack means to accept the crack. To accept the crack opens a whole different perspective and set of opportunities to realize new ideas.
Danke, dass wir auch mal “nicht perfekt” sein dürfen. Zumindest hin und wieder 😉

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Ideas worth spreading…

Das Motto der TED-Konferenzen – TED steht für Technology, Entertainment, Design – hat sich nicht verändert: Ideas worth spreading. Das Konferenzformat entstand 1984 in Kalifornien mit dem Hintergrund, die weltbesten und charismatischsten Denker, Manager und Kreativen miteinander zu vernetzen. Jetzt kommt die TED erstmals nach Wien; ich freue mich, die Pressearbeit übernommen zu haben. Mein Credo lautete übrigens schon vor Jahren: Ideas worth spreading: More Entertainment, less Technology. Mehr bei der Wiener Konferenz – let´s xross over bridging the gap tedxVienna – am 29. November.
Dazu die heutige Titelstory in der Computerwelt – TED: Renommierte US-Konferenz kommt nach Wien.

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