Die Ambivalenz des Autors oder „Inglorious Basterds“

Wie sehr mir der Autor und Journalist Christian Ankowitsch aus der Seele spricht, erkannte ich erstmals in der ORF-Sendung Kulturmontag, in der er kürzlich über eines meiner Lieblingsthemen – Bücher – sprach, gemeinsam mit einem anderen Gast, den ich auch unglaublich mag und auch schon mehrmals interviewte, dem Philosophen Konrad Paul Liessmann („Autonomie darf nicht nur ökonomisch sein“).
Noch differenzierter äußert sich Ankowitsch dazu in seiner Rede zur Buch Wien, die ich auf seiner Homepage suchte – und glücklicherweise auch fand. Dass ich die Buch Wien nicht selbst besuchte liegt unter anderem an anderen Auftrags-Verpflichtungen und Gegebenheiten, die Ankowitsch so wunderbar thematisiert, wenn er von den „Patchwork-Lebensläufen unter Journalisten“ spricht: „Es sind Ambivalenzen, die den „Basterd“ auszeichnen, und es ist die Schwierigkeit, ihn dingfest zu machen …. pendelnd zwischen den Genres, zwischen Print und Online…“ …und weiter… die Leser haben nämlich für eine Zeitungs-Ausgabe nie deren realen Preis bezahlt, sondern immer viel zu wenig, so Ankowitsch. Wirklich finanziert wurden unsere Qualitätsmedien vielmehr “durch Seifenhersteller, Autoproduzenten und – in Österreich – durch die staatliche Presseförderung. Ein fataler Mechanismus, denn so haben die Leser gelernt, dass jene wertvollen Dinge, die sie mitunter in diesen Zeitungen fanden, für wenig Geld zu haben sind.“
Jeder, der schon länger als 15 Jahre journalistisch arbeitet, fühlt sich nach der Lektüre dieser Rede ein bisschen weniger allein. Danke dafür.

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