“Gar nichts tun, das ist die allerschwierigste Beschäftigung und zugleich diejenige, die am meisten Geist voraussetzt”, wußte schon Oscar Wilde.
Die Juli-Titelstory des Nachrichtenmagazins Spiegel thematisiert die Kunst des Müßiggangs im digitalen Zeitalter: “Ich bin dann mal off”. Ein Plädoyer für das Innehalten. In einer übereilten Zeit im Standby-Modus und der permanenten Verfügbarkeit tut es gut, zuweilen einer fast vergessenen Daseinsform zu frönen: Der Muße. Dichter, Philosophen und viele Kreative wiesen schon immer den Ausweg der Nachdenkpausen. Dazu gehört aber auch eine Bereitschaft, die heutzutage umständehalber kaum nachvollziehbar zu sein scheint…
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Abschalten ist anstrengend. Es erfordert die Bereitschaft sich mit dem Hier und Jetzt auseinanderzusetzen, statt sich sanft wiegend von einem Email zur nächsten SMS weiterschwappen zu lassen, sanft wiegend zwischen Unwichtigkeiten. Email, PC, Handy, iPad abschalten; MP3 Player, Radio, Buch (Papier & eBuch)…. da wird es dann schon schwierig… das Radio im Kopf abschalten.
Nun hat Muße (positiv besetzt) und Müßiggang (negativ bersetzt) wenig mit Abschalten zu tun. Müßiggang ist in der katholisch / christlichen Tradition “aller Laster Anfang” und bei genauerem Hinsehen findet sich mehr Muße und Müßiggang im ziellosen Herumsurfen und kontinuierlichen SMS/email Kontakt.
Ist Muße also – endlich einmal Zeit haben in Ruhe mit dem iPad zu spielen und stundenlang sinnlos herumzusurfen statt still an einem See zu sitzen, sich mit den eigenen Gefühlen, Ängsten, Erinnerungen auseinanderzusetzen die letztlich zeigen daß das Leben nicht so glatt&erfolgreich ist wie die Internetwerbung uns vorspielt?