Während der heimischen Medientage kommen naturgemäß Experten zusammen, die sich im gesellschaftskritischen Diskurs Gedanken zu einer Menge von Detailfragen machen und – wie so oft bei Konferenzen, Symposien und ähnlichen Zusammenkünften – ist das Programm so dicht, dass man immer das Gefühl hat, etwas Wichtiges zu versäumen. Hier diesmal ein hochkarätiges Referentenpanel – vom Philosophen Richard David Precht über Internet-Guru Jeff Jarvis, FAZ Herausgeber Frank Schirrmacher bis zur Kommunikationswissenschafterin Miriam Meckel. Sie überzeugt besonders in einem aktuellen Interview, das sie der Presse gab – einmal mit ihrem wichtigen Appell zur Verweigerung ständiger Erreichbarkeit (nach ihrem Burn-out!) und auch mit der Forderung so vieler Medienexperten, “mediale und technologische Veränderungen endlich in den Schulen konsequent zum Thema machen”, um jungen Menschen klar zu machen, wie man mit Information umgeht – aber anders, als viele das verstehen – was sie nämlich lernen müssen ist das Gefühl “Welche Informationen sind für mich wichtig?” Dabei geht es niemals um das Angebot neuer Technologie, sondern um den Kontext. Aktuelles Beispiel dazu: Facebook: 14-Jährige lädt unabsichtlich 21.000 Gäste ein…
“Noch nie waren Menschen so gut informiert, was in der Welt passiert”, wird Precht von derStandard.at zitiert. Wer hier (wie eh und je) gefordert sei, die Orientierungsfunktion wahrzunehmen, sei klar: Die Medien. Das Netz stehe dabei erst am Anfang einer langen Entwicklung.
Möge sie also zügig voranschreiten… und tut sie das so wie in den vergangenen 20 Jahren, dürfen wir gespannt sein. Bleibt zu hoffen, dass die “richtigen” Menschen daran beteiligt sind.