Jetlag, Furor und andere Rhythmusstörungen

Während ich versuche, mit ein paar Kollegen eine Besprechung zu organisieren, die permanent zwischen San Francisco, London, Frankfurt und Wien hin und herjetten, denke ich über die Auswirkungen von Zeitverschiebungen nach und stolpere über einen Kommentar von Klaus Woltron, den ich einst zum Thema “Mein PC und ich” interviewt habe. Woltron warnt hier nicht nur mit Wittgensteins “… man sollte sich hüten, „auf die letzte Stufe der Leiter“ zu steigen…” – er macht generell nachdenklich in Bezug auf das “chinesische Tempo” und den “Wutbürger”, auf den man nicht nur hören sollte, sondern den es auch zu respektieren gilt… dass “Glaubwürdigkeit” dabei zusehends zum kostbaren Privileg wird, darüber sollten nicht nur Medienmacher sich bewusst werden.

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2 Responses to Jetlag, Furor und andere Rhythmusstörungen

  1. ……….die Hin – und Herjetter (so bis 40, 45 ist das ja höchst spannend) könnten sich der letzten Videokonferenz – Technik befleißigen – das spart Zeit, Nerven, Geld und Co2. Auf die Medienmacher hoffe ich bezüglich Glaubwürdigkeit am wenigsten – angesichts des Zwanges, dem sie und ihre immer bedauernswerter werdenden Schreibsklaven ausgesetzt sind. Presseethos wird angesichts der darübergelagerten ökonomischen Zwänge zur Contradictio in adjecto. Ich glaube nur mehr das, was ich selbst gesehen, gehört und crossgecheckt habe – und das nur zu 95%. Errare humanum est – und Vorsicht ist die Mutter der Überzeugungen.

  2. mfb says:

    Es ist eine Freude, Ihnen zuzuhören, danke für Ihren Beitrag. Profund differenzierte Kritikfähigkeit und Selbstbestimmung sollten als Pflichtfächer in Schulen unterrichtet werden, das würde unserer Gesellschaft helfen. Eine der ersten Vorgaben, die mir in meiner journalistischen Laufbahn unterkamen, war die strenge Einhaltung ethischer Prinzipien (die mir aus meinem Elternhaus ohnehin selbstverständlich waren). Lippenbekenntnisse? Nun die Tatsache, dass “Moral im Wirtschaftssystem nicht relevant” sei – nährt immer noch meine vielleicht naive Hoffnung, es möge sich doch eines Tages ein innovativer Jung-Ökonom finden, der die Prämisse zu ändern vermag…
    Als umso wichtiger erachte ich die Bereitschaft und ehrliche Offenheit immer neuer Auseinandersetzung mit neuen, frischen Ideen, Technologien – und die Bereitschaft zur Kommunikation… und ich glaube, wir können grosse Hoffnung in die Generation Y setzen.

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